Die Grünliberale Partei (GLP) Nidwalden begrüsst die vorgelegte Klimastrategie des Kantons ausdrücklich. Besonders erfreulich sind die klaren Leitideen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und dem Weg zu Netto-Null. Positiv bewertet die GLP auch den Fokus auf den haushälterischen Umgang mit natürlichen Ressourcen, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Förderung der Kreislaufwirtschaft. Die Aufteilung der Strategie in die Bereiche Mobilität, Gebäude, Industrie und Gewerbe, Abfall sowie Landwirtschaft und Ernährung wird als sinnvoll erachtet.
Allerdings sieht die GLP Nidwalden wichtigen Nachbesserungsbedarf. „Die Strategie setzt gute Akzente, bleibt aber in wesentlichen Punkten noch zu vage. Damit Nidwalden wirklich vorwärtskommt, braucht es klare Massnahmen mit Zuständigkeiten, verbindliche Zeitpläne und ein starkes Monitoring“, erklärt Landrätin Denise Weger, Co-Präsidentin der GLP Nidwalden.
Die GLP fordert insbesondere eine Ausweitung der Treibhausgasbilanz auf alle drei Emissionsbereiche (Scopes 1, 2 und 3) wie sich dies in der Wirtschaft durchgesetzt hat – basierend auf dem Standard des Treibhausgasprotokolls. Bisher werden nur direkte Emissionen (Scope 1) erfasst – dabei liegt gerade im Bereich des Energiebezugs (Scope 2) grosses Potenzial für Verbesserungen. Auch Emissionen entlang der Wertschöpfungskette (Scope 3) sollten durch wirksame Instrumente wie das Submissionsgesetz berücksichtigt werden.
Ein weiterer Knackpunkt ist das Fehlen quantifizierter Absenkungspfade gestützt auf konkreten Massnahmen und ein verbindliches Controlling. Die GLP Nidwalden fordert daher eine jährliche Bilanzierung der Emissionen als Teil des Rechenschaftsberichts, um Fortschritte klar zu überwachen und transparent zu kommunizieren.
Deutlich kritisiert die GLP zudem das Fehlen der Airport Buochs AG in der Klimabilanz. „Der Kanton ist Miteigentümer des Flugplatzes, doch dieser bedeutende Emissionstreiber bleibt in der Strategie bisher völlig unberücksichtigt. Das muss dringend nachgebessert werden“, so Weger.
Mit diesen Nachbesserungen kann die Klimastrategie zu einem starken und glaubwürdigen Instrument werden, das Nidwalden wirksam auf dem Weg zu Netto-Null begleitet – zum Schutz von Klima, Umwelt und der kommenden Generationen.