GLP setzt mit Velofahrt durch Stans ein Zeichen für zukunftsfähige Mobilität

Medienmitteilung

GLP setzt mit Velofahrt durch Stans ein Zeichen für zukunftsfähige Mobilität

Professor Alexander Erath: «Wir wollen nicht weniger Mobilität, aber weniger Autoverkehr.»

 

Die Grünliberale Partei (GLP) Nidwalden hat am 17. Juni zu einer öffentlichen Velofahrt durch Stans eingeladen – mit grosser Resonanz: Über 30 Teilnehmende schwangen sich auf ihre Velos, E-Bikes und Cargo-Bikes, um gemeinsam die aktuelle Infrastruktur für den Langsamverkehr unter die Lupe zu nehmen. Fachlich begleitet wurde die Fahrt von Prof. Alexander Erath, Mobilitätsexperte an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW), der an zentralen Knotenpunkten fundierte Einblicke in die Herausforderungen und Chancen einer nachhaltigen Verkehrspolitik gab.

 

Die Route führte vom Bahnhof zum Länderpark – und offenbarte dabei klare Schwächen im Radwegnetz. «Die Radinfrastruktur in Stans genügt den Anforderungen des nationalen Veloweggesetzes nicht», stellte Erath fest. Entlang der Stansstaderstrasse fehle ein durchgehender Radweg, und auch auf der Robert-Durrer-Strasse sei eine Radspur notwendig. Selbst neu geplante Strassen, wie etwa jene in Richtung Beckenried, würden die gesetzlichen Vorgaben und geltenden Normen nicht erfüllen.

 

Auch strukturelle Barrieren wurden thematisiert: «Im Velonetz darf es keine Hindernisse geben – wie etwa beim Bahnübergang Paracelsusweg.», so Erath. Besonders in einem Ort mit Zentrumscharakter wie Stans seien solche Schwächen problematisch und verhinderten den Umstieg auf das Velo.

 

Die GLP betont die Dringlichkeit, die lokale Verkehrspolitik neu auszurichten. Denn das Potenzial für einen nachhaltigen Mobilitätswandel sei riesig, so Erath: «In der Region Stans wird die Hälfte aller Wege unter fünf Kilometern mit dem Auto zurückgelegt – aber nur jeder siebte Weg mit dem Velo. Dabei wären diese Distanzen ideal für den Langsamverkehr – und mit E-Bikes auch über grössere Strecken machbar.»

 

Ein weiterer Kritikpunkt betraf das geltende Baugesetz: «In Stans besitzen die Haushalte deutlich weniger Autos als vom Gesetz für Neubauten vorgesehen. Dennoch müssen für 20 Wohnungen 36 Parkplätze gebaut werden – unabhängig vom Standort. Das ist in einem Ort wie Stans deutlich zu viel», erklärte Erath. Er forderte eine Anpassung der gesetzlichen Vorgaben an die realen Mobilitätsbedürfnisse der Bevölkerung.

 

Nach der informativen Fahrt tauschten sich die Teilnehmenden beim gemeinsamen Apéro weiter aus. Die angeregten Diskussionen zeigten: Der Wille zu einer ökologischeren, gesünderen und lebenswerteren Mobilität ist in Stans deutlich spürbar. Nun liegt es an der Politik, den Worten Taten folgen zu lassen.